Zeugniskonzept

Das Zeugniskonzept der Grundschule Iserbarg

Was ist uns wichtig?

Wir möchten die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler individuell, ermutigend und gleichzeitig klar und kritisch bewerten.

Der Anspruch, eine Schule für alle Kinder zu sein, macht ein Rückmeldeformat erforderlich, das eine differenzierte Beschreibung der Leistungen sowohl leistungsstarker als auch leistungsschwacher Kinder ermöglicht.

Seit 2008 nimmt die Schule Iserbarg zusammen mit 52 anderen Hamburger Schulen an dem Schulversuch „alles>>könner“ teil. Dieser Schulversuch hat eine Entwicklung sowohl der Unterrichts- als auch der Rückmeldekultur zum Ziel und wird wissenschaftlich begleitet. Ein wichtiger Baustein ist die Fähigkeit zur Einschätzung der eigenen Lernentwicklung. Als Schulversuchsschule haben wir das Recht und die Pflicht, unsere Rückmeldekultur weiterzuentwickeln.

Mit der Form der Lernentwicklungsberichte, wie wir sie seit vielen Jahren schreiben, haben wir gute Erfahrungen gesammelt. In ausführlichen Berichtszeugnissen beschreiben wir die individuelle Lernentwicklung und bewerten den Leistungsstand in jedem Fach und in jedem Lernbereich in Bezug auf die Lernziele der jeweiligen Jahrgangsstufe. Individuelle Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten können wir auf diese Weise besonders beachten. Die Formulierungen beschreiben, was ein Kind kann, was es noch nicht kann und was es als Nächstes lernen sollte. Insofern haben unsere Berichtszeugnisse einen höheren Informationswert als Ziffernnoten.

Eine Fokussierung auf Ziffernnoten könnte dazu führen, dass das Erreichen einer bestimmten Note und nicht die Anstrengungen jedes einzelnen Kindes zum Erreichen von Lernzielen in den Mittelpunkt des Lernens gestellt werden. Wir möchten verhindern, dass Ziffernnoten zu oberflächlichen schnellen Vergleichen animieren und die Konkurrenz unter Kindern schüren.

Deshalb haben wir folgende Zeugnisregelung:

Bis Ende der Jahrgangsstufe 3 verzichten wir auf Ziffernnoten und schreiben kompetenzorien­tierte Lernentwicklungsberichte. Das Schulgesetz räumt Sorgeberechtigten von Kindern der Jahrgangsstufe 3 ein individuelles Recht auf Noten als Ergänzung im Lernentwicklungsbericht ein. Soweit Eltern Noten wünschen, werden diese sprachlich formuliert und in den Lernentwicklungsbericht eingearbeitet (siehe Vorgehen in Jahrgangsstufe 4).

In Jahrgangsstufe 4 ergänzen wir die Lernentwicklungsberichte in jedem Fach bzw. in jedem Lernbereich mit der Formulierung: „Deine Leistung ist sehr gut/ gut/ befriedigend/ ausreichend/ nicht ausreichend“. Die Tendenz „+“ kann durch die Ergänzung „teilweise auch besser“ und die Tendenz „-“ kann durch die Ergänzung „teilweise auch schlechter“ ausgedrückt werden. Damit bereiten wir die Schülerinnen und Schüler auf die Form der Leistungsbewertung der weiterführenden Schulen vor. Eine auf Noten basierende Einschätzung wird auf Wunsch auch vor dem Halbjahreszeugnis, zu den Lernentwicklungsgesprächen im November des 4. Schuljahres, mitgeteilt. Auf Wunsch der Eltern verzichten wir auf die sprachlich ausgedrückten Noten.

Die Lernbeobachtungen, Tests und Klassenarbeiten in den 3. und 4. Klassen werden nicht mit Ziffernnoten versehen, sondern mit möglichst objektiven Angaben, zum Beispiel Anzahl der erreichten Punkte im Verhältnis zu der maximal erreichbaren Anzahl, und mit persönlichen Bemerkungen. Die Rückmeldungen bewerten den erreichten Lernstand so deutlich wie möglich in Bezug auf die Lernziele.

Zusätzlich zu der schriftlichen Leistungsrückmeldung in den Zeugnissen führen wir zum Schulhalbjahr Lernentwicklungsgespräche zusammen mit Kindern und Eltern durch. Im Gespräch wird die Lernentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und bewertet. In Form von einer Lernvereinbarung legen Kind, Eltern und Lehrperson die nächsten Ziele und das weitere Vorgehen fest.